Alpenblick

Feinfiltration

Der Einbau mechanischer Feinfilter direkt hinter der Wasseruhr ist insofern sinnvoll, da hierdurch die vom Wasserwerk und dem zentralen Trinkwasserverteilungsnetz eingebrachten Partikel und Schwebstoffe vor dem Eintrag in das häusliche Netz abgehalten werden. Die Anwesenheit größerer Mengen an Feststoffen kann.

  • insbesondere bei Neuinstallationen zu einer frühzeitigen Korrosion (Lochfraßkorrosion) im Leitungssystem und
  • zu technischen Störungen infolge Verschluss der Armaturen (Strahlregler) oder beim Betrieb der in die Hausinstallation eingebauten Geräte führen.

In der Bauausführung unterscheidet man prinzipiell zwei Arten an Filtern. Bei der einen Art handelt es sich um rückspülbare Filter, bei denen je nach Belegung der festgehaltene Schmutz in umgekehrter Fließrichtung vom Filter abgespült wird. Hierbei muss gewährleistet sein, dass kein unfiltriertes Wasser oder zurückgehaltene Feststoffe in die Trinkwasserleitung gelangen. Bei der zweiten Art erfolgt die Filtration durch auswechselbare Filtereinsätze. Sie müssen bei entsprechender Verschmutzung ohne hygienische Beeinträchtigung des Trinkwassers leicht auswechselbar sein.

Generell sollte der Einbau eines Feinfilters vor Inbetriebnahme einer Hausinstallationsanlage erfolgen, also zu einem Zeitpunkt, bei dem sich an der Rohrinnenwandung noch keine Deckschicht (Schutzschicht) gebildet hat. Damit kann der Eintrag einer Verschmutzung von außen durch eine neu verlegte Hausanschlussleitung sowie Verunreinigungen aus den Versorgungsleitungen eines Neubaugebietes verhindert werden.

Die Porengröße bei mechanisch wirkenden Filtern liegt regelmäßig im Bereich zwischen 80 und 120 µm. Diese Filterporengröße wird sowohl korrosionschemischen als auch hygienischen Anforderungen gerecht. Bei dieser Durchlassweite werden zum einen die partikulären Substanzen des Wassers zurückgehalten und zum anderen die Biofilm-Bildung auf der Filterfläche, die bei geringeren Durchlassweiten zu erwartenden ist, verhindert. Ein solcher bakterieller Rasen würde zu einer nicht unerheblichen mikrobiologischen Beeinträchtigung des Trinkwassers führen.

Ein nachträglicher Einbau von Filtern in die Hausinstallation ist zur Vermeidung von Korrosionsschäden bei einer bereits aufgebauten Rostschutzschicht in den Rohren nicht mehr notwendig. Eine derartige Maßnahme ist nur dann gerechtfertigt, wenn die ins Hausnetz eingeschwemmten Ablagerungen (Sande, Tone) der Hauptverteilungsstränge die Strahlregler verstopfen oder sich verstärkt in den Geräten der Hausinstallation absetzen.