Alpenblick

Entsäuerung

Wässer aus Urgesteinsgebieten mit Granit- und Gneis-Vorkommen, wie der Region des Bayerischen Waldes, enthalten aufgrund des Fehlens von Kalkgestein und einer nicht möglichen chemischen Umsetzung von Kalk mit der freien Kohlensäure aus der Luft und dem Boden in der Regel überschüssige Kohlensäure. Diese verleiht dem Wasser kohlensäureaggressive Eigenschaften, die im technischen Bereich zu erheblichen Störungen infolge Metallkorrosion und Betonaggressivität führen.

Durch den Metallangriff kann zudem eine gesundheitlich bedenkliche Konzentration an Kupfer-, Blei-, Zink- und Nickelverbindungen ins Trinkwasser gelangen. Demzufolge müssen diese Wässer vor Einspeisung in das Trinkwasserleitungsnetz bis zur Einstellung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts aufbereitet (entsäuert) werden. Dies erfolgt bei Kleinanlagen im Allgemeinen durch eine chemische Entsäuerung mit fein gekörntem Jurakalk. Um eine vollständige Entsäuerung zu erzielen, muss das Wasser ausreichend lang mit dem Entsäuerungsmaterial in Verbindung stehen. Ist das nicht der Fall, so erhält man nur ein teilentsäuertes Wasser, das durch die Restaggressivität noch korrosive Eigenschaften besitzt.

Das bei der chemischen Entsäuerung durch Reaktion der überschüssigen Kohlensäure mit Jurakalk gebildete Calciumhydrogencarbonat führt zu einer sowohl aus technischer als auch aus gesundheitlicher Sicht erwünschten Aufhärtung des Wassers. Aufgrund dieser chemischen Neutralisationsreaktion wird das Filtermaterial im fortlaufenden Betrieb stetig verbraucht, es muss dafür gesorgt werden, dass dieses entsprechend ergänzt wird.